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04. 01. 2008, 21.26 Uhr

Zu „Versuch über das deutsche Nationalgefühl“

Mit einiger Verspätung* hier Murksers Kommentar zu meinem Artikel Über das deutsche Nationalgefühl:

„In der Tat hat Deutschland ein großes Problem:
Wenn jemand sagt: "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein", so hält man ihn für einen Nationalsozialisten. Aber ich finde man kann schon stolz sein zu dieser Nation zu gehören. Warum?

Man kann stolz darauf sein, dass Deutschland Exportweltmeister ist.

Man kann stolz darauf sein, dass Deutschland 60 Jahre nachdem es eine Diktatur des Grauens hatte zu einen der Vorzeige-Demokratien der Welt gehört und dass Deutschland in der Welt nicht als ein Land Hitlers wahrgenommen wird, sondern als Diplomatische Großmacht, der zu vertrauen ist und die eine Führungsposition in Europa einnimmt.

Man kann stolz darauf sein, dass Deutschland so eine gefestigtes politisches System hat, dass sich die große Mehrheit der Bürger auf "normale" Parteien einigt.

Man kann stolz darauf sein, dass Deutschland ein System der sozialen Absicherung besitzt, dass -zwar heftig Umstritten- zu den besten der Welt zählt und wirklich niemand mehr in Armut leben muss.

Man kann stolz darauf sein, dass in Deutschland die christlichen Moralvorstellungen tief verwurzelt sind. Auch der Atheist muss zugeben durch das Christentum geprägt worden zu sein.

Zum Schluss darf man die Menschen nicht vergessen. Diese Ordnungsliebe, der Fleiß (--> Wirtschaftswunder) dieses "Alles ist geplant", diesen Ernst den Deutsche sich machen, die Kleinlichkeit,... damit kann man sich identifizieren.
Womit kann man einen Deutschen am meisten glücklich machen? Man lässt 10c in der Parkuhr.
Dies sind Eigenschaften/Tugenden/Laster mit denen man sich identifizieren kann, die so keine Nation besitzt.“

Zunächst: Mir ging es nicht speziell darum, worauf man an Deutschland „stolz“ sein kann, sondern was das Gefühl der nationalen Zugehörigkeit zu Deutschland (für mich) ausmacht. Das muß kein gemeinsamer Stolz sein, finde ich. Tatsächlich bin ich unsicher, ob mein Zugehörigkeitsgefühl, wie ich es beschrieben habe, mit Stolz auch nur einhergeht. Irgendwie ist es freilich ein Teil von mir und ich möchte es nicht aufgeben (wenn ich es könnte). Aber Stolz? Vertagen wir diese Frage.

Die guten Seiten Deutschlands, die Murkser aufzählt, will ich hiermit natürlich nicht bestreiten. Wer sich mit ihnen obendrein „identifizieren“ kann: Glückwunsch! Das fühlt sich bestimmt gut an. (Von „dieses "Alles ist geplant", diesen Ernst den Deutsche sich machen, die Kleinlichkeit“ vielleicht abgesehen.)

*(durch mich verschuldet, nicht durch Murkser)

Posted by Grinsekater | Permanenter Link | Kategorien: Leserbriefe |