Oktober 2007 Archives
27. 10. 2007, 15.34 Uhr
Kölsch verlustfrei komprimiert!
Nicht von Bier ist die Rede – ein Glück! –, sondern vom Wahl-Dialekt Konrad Beikirchers. Indes nicht direkt, sondern nur erwähnend. Nämlich: In der heutigen „musikalischen Monatsrevue“ des SWR2 äußerte Herr Beikircher einen Spruch, der wert wäre, auf marmornen Demo-Transparenten zur Schau getragen zu werden. „Zu dieser Sendung gibt es leider kein Manuskript!“ heißt es jedoch beim SWR2, daher muß eine Paraphrase genügen:
Wein aus dem Tetrapak – das ist wie eine Mozartsinfonie im MP3-Format! Damit sie durchs gepiercete Ohr paßt!
Was den Tetrapakwein angeht, steht die Angemessenheit jeglicher Verachtung außer Frage. Zu MP3-Sinfonien hingegen will ich ein paar Worte verlieren.
Was ist MP3? Ein Format für digitale Klangdaten, wie sie zum Beispiel auf CDs vorliegen; mit dem großen Vorteil aber, daß die Informationen bei MP3s komprimiert werden und somit sehr viel weniger Speicherplatz brauchen. Gut so! Nur geht bei der MP3-Kompression auch ein Teil der Klanginformation verloren, und das kann ich im Falle guter Musik nur mißbilligen. Ich sehe sehr wohl, daß maßvoll komprimierte MP3-Dateien für menschliche Ohren genauso gut klingen wie die unkomprimierten Originale, und finde es auch toll, mein ganzes Musikarchiv in der Hosentasche unterbringen zu können. Aber mit guter Musik macht man das gefälligst nicht! Wofür es zumindest zwei gute Gründe gibt:
Erstens die Möglichkeit zur Weiterverarbeitung und Untersuchung. Vielleicht wird es mir eines Tages gefallen, irgendetwas aus meinem Archiv, zu dem mir die CD fehlt, in zehnfacher Verlangsamung anzuhören. Es wäre ärgerlich, würden dabei etwelche Kompressionsfehler hörbar.
Zweitens Pietät. Gute Musik vermittelt neben vielerlei verschiedenen Gefühlen einen Eindruck von Vollkommenheit, den man wenigstens als Ungläubiger nur selten erleben kann. Ähnlich bei gutem Wein. Aber Wein aus dem Tetrapak? – Igitt! Also.
Zum Glück gibt es alternative, verlustfrei komprimierende Formate, unter welchen das verbreitetste, FLAC („Free Lossless Audio Codec“), auch mit manchen tragbaren MP3-Spielern abgespielt werden kann. Nach meiner Erfahrung schrumpfen Audiodateien bei der flac-Kompression auf 50 bis 70 Prozent ihrer ursprünglichen Größe.
Vielleicht schreibe ich mal ein Buch über die wirtschaftlichen Vorzüge von Getränkekartons für die Weinindustrie und veröffentliche es beim Heyne-Verlag, als E-Book. Gerade richtig „in dieser entgötterten Welt“, wie Robert Gernhardt eines seiner Gedichte beginnt. Aber dazu ein andermal.
Wein aus dem Tetrapak – das ist wie eine Mozartsinfonie im MP3-Format! Damit sie durchs gepiercete Ohr paßt!
Was den Tetrapakwein angeht, steht die Angemessenheit jeglicher Verachtung außer Frage. Zu MP3-Sinfonien hingegen will ich ein paar Worte verlieren.
Was ist MP3? Ein Format für digitale Klangdaten, wie sie zum Beispiel auf CDs vorliegen; mit dem großen Vorteil aber, daß die Informationen bei MP3s komprimiert werden und somit sehr viel weniger Speicherplatz brauchen. Gut so! Nur geht bei der MP3-Kompression auch ein Teil der Klanginformation verloren, und das kann ich im Falle guter Musik nur mißbilligen. Ich sehe sehr wohl, daß maßvoll komprimierte MP3-Dateien für menschliche Ohren genauso gut klingen wie die unkomprimierten Originale, und finde es auch toll, mein ganzes Musikarchiv in der Hosentasche unterbringen zu können. Aber mit guter Musik macht man das gefälligst nicht! Wofür es zumindest zwei gute Gründe gibt:
Erstens die Möglichkeit zur Weiterverarbeitung und Untersuchung. Vielleicht wird es mir eines Tages gefallen, irgendetwas aus meinem Archiv, zu dem mir die CD fehlt, in zehnfacher Verlangsamung anzuhören. Es wäre ärgerlich, würden dabei etwelche Kompressionsfehler hörbar.
Zweitens Pietät. Gute Musik vermittelt neben vielerlei verschiedenen Gefühlen einen Eindruck von Vollkommenheit, den man wenigstens als Ungläubiger nur selten erleben kann. Ähnlich bei gutem Wein. Aber Wein aus dem Tetrapak? – Igitt! Also.
Zum Glück gibt es alternative, verlustfrei komprimierende Formate, unter welchen das verbreitetste, FLAC („Free Lossless Audio Codec“), auch mit manchen tragbaren MP3-Spielern abgespielt werden kann. Nach meiner Erfahrung schrumpfen Audiodateien bei der flac-Kompression auf 50 bis 70 Prozent ihrer ursprünglichen Größe.
Vielleicht schreibe ich mal ein Buch über die wirtschaftlichen Vorzüge von Getränkekartons für die Weinindustrie und veröffentliche es beim Heyne-Verlag, als E-Book. Gerade richtig „in dieser entgötterten Welt“, wie Robert Gernhardt eines seiner Gedichte beginnt. Aber dazu ein andermal.
23. 10. 2007, 23.45 Uhr
Sherlock Holmes’ heißeste Spur
Datenaas aus uralter Zeit, vielleicht aber doch von manch einem vermißt; der es von nun an im Lemtank wiederfinden kann:
„Sherlock Holmes und Stefan-Boltzmann-Gesetz“ war einst eine Physik-Übungsaufgabe in meinem Studium überschrieben. Natürlich geriet meine Lösung dementsprechend: Eine Kurzgeschichte mit Holmes, Watson und der spektakulären Näherung, daß Erde und Sonne ungefähr gleich groß seien, was die Korrektheit des holmesschen Endergebnisses um so erstaunlicher erscheinen läßt. Die Musterlösung der Aufgabe kam – nebenbei – ohne diese Näherung aus.
„Sherlock Holmes und Stefan-Boltzmann-Gesetz“ war einst eine Physik-Übungsaufgabe in meinem Studium überschrieben. Natürlich geriet meine Lösung dementsprechend: Eine Kurzgeschichte mit Holmes, Watson und der spektakulären Näherung, daß Erde und Sonne ungefähr gleich groß seien, was die Korrektheit des holmesschen Endergebnisses um so erstaunlicher erscheinen läßt. Die Musterlösung der Aufgabe kam – nebenbei – ohne diese Näherung aus.
Posted by Grinsekater | Permanenter Link | Kategorien: Περὶ Φύσεως, Ankündigungen, Dichtung und Blähung |
22. 10. 2007, 10.57 Uhr
Worte ohne Lieder
Von den Lieblingswort-Artikeln im Texttheater angeregt, präsentiere ich heute vier zusammengesetzte Nomina und einen zweiteiligen Namen von ganz eigenartiger Klanghaftigkeit. Ihnen allen liegt – nach meinem Empfinden – das gleiche Prinzip zugrunde wie folgendem Musterbeispiel aus Gisbert Haefs’ Krimi „Mörder und Marder“:
„Wisent-Leasing“
Ein seltsam Wort, ja, aber im Romankontext hat es durchaus seinen Sinn. Gleichviel: Sind die reimhaften und doch sublimen Gleichklänge von „Wisent“ und „Leasing“ nicht wunderschön? Beide zweisilbig und vorne betont, beider Worte erste Silben mit gleichem Vokal und gleichem Auslaut, anhebend hingegen mit stimmhaftem Konsonanten. Und selbst bei „-ent“ und „-ing“ verlockt es einen, von einem Homoioteleuton zu sprechen. Hach!
Die folgenden drei Exemplare stammen teils aus Gesprächen mit Freunden, teils von mir allein.
Eremitimitator
Fakratfrequenz
Finalfiltrat
Das zweite der drei bedarf wohl einer Erläuterung. „Fakrat“ ist eine zumindest an der Heidelberger Universität gebräuchliche Abkürzung für „Fakultätsrat“. Als ich einmal schriftlich nach den Sitzungszeiten eines solchen erkundigte, erschien mir daher „Fakratfrequenz“ eine geeignete, da griffige und schöne Betreffszeile zu sein. Was vom Empfänger bestätigt worden ist.
Wie zumeist müssen diese Kunstworte jedoch zurückstehen hinter einem Produkt lebendiger Sprachpraxis, in diesem Fall der Namensgebung der Norweger. Folgende Unterschrift nämlich las ich kürzlich in einem Hüttenbuch irgendwo in der skandinavischen Wildnis:
Thorsten Karstensen
Konkurrenzlos, oder?
„Wisent-Leasing“
Ein seltsam Wort, ja, aber im Romankontext hat es durchaus seinen Sinn. Gleichviel: Sind die reimhaften und doch sublimen Gleichklänge von „Wisent“ und „Leasing“ nicht wunderschön? Beide zweisilbig und vorne betont, beider Worte erste Silben mit gleichem Vokal und gleichem Auslaut, anhebend hingegen mit stimmhaftem Konsonanten. Und selbst bei „-ent“ und „-ing“ verlockt es einen, von einem Homoioteleuton zu sprechen. Hach!
Die folgenden drei Exemplare stammen teils aus Gesprächen mit Freunden, teils von mir allein.
Eremitimitator
Fakratfrequenz
Finalfiltrat
Das zweite der drei bedarf wohl einer Erläuterung. „Fakrat“ ist eine zumindest an der Heidelberger Universität gebräuchliche Abkürzung für „Fakultätsrat“. Als ich einmal schriftlich nach den Sitzungszeiten eines solchen erkundigte, erschien mir daher „Fakratfrequenz“ eine geeignete, da griffige und schöne Betreffszeile zu sein. Was vom Empfänger bestätigt worden ist.
Wie zumeist müssen diese Kunstworte jedoch zurückstehen hinter einem Produkt lebendiger Sprachpraxis, in diesem Fall der Namensgebung der Norweger. Folgende Unterschrift nämlich las ich kürzlich in einem Hüttenbuch irgendwo in der skandinavischen Wildnis:
Thorsten Karstensen
Konkurrenzlos, oder?
21. 10. 2007, 01.39 Uhr
Prolog
Ich bin kein Freund großer Worte – das wäre als erster Satz des Grinseblogs schlicht gelogen, obendrein nicht einmal originell und widerlich kategorisch. Dennoch (was sich nur auf „gelogen“ bezieht) will ich ihrer in diesem ersten Eintrag nach dem nullten nicht viele schreiben. Angemessen wäre vielleicht der Versuch eines Abriß des zu Erwartenden, auf daß künftige Leser schon jetzt einschätzen könnten, ob meine Texte ihr Interesse wecken können werden oder nicht.
Jedoch wäre dies hier nicht der Grinseblog („Dann ist es auch egal, welchen Weg du gehst“), wüßte und verriete ich hierüber jetzt schon etwas. Eine vage Idee mögen die Namen der acht bereits bestehenden Eintrag-Kategorien geben, wiewohl ich mir die Einführung weiterer für den Fall vorbehalte, daß meine Ideen das geplante Schema sprengen. Eine Sprengung, der ich vorzubeugen hoffe durch wohlbedachte Schwammigkeit in den Namen der ersten Kategorien:
Dichtung und Blähung
Klangdinge
Sophisterei
Sprache
Virtuelles Sein
Zusammenleben, vulgo Politik
Περὶ Φύσεως
Dichtung und Blähung
Klangdinge
Sophisterei
Sprache
Virtuelles Sein
Zusammenleben, vulgo Politik
Περὶ Φύσεως